«Gringo ist kein Schimpfwort. Es ist eine Diagnose: „nicht ein Einheimischer“. Und je schneller Sie das akzeptieren, desto ruhiger werden Sie durch Lateinamerika reisen».
Stellen Sie sich vor: Sie fliegen nach Mexiko oder nach Rio de Janeiro, gehen auf die Straße, beginnen zu sprechen auf Englisch — und plötzlich hören Sie hinter sich leise «gringo». Was ist das? Ein Schimpfwort? Rassismus? Oder einfach nur eine Feststellung der Tatsache? Wir klären über die Herkunft, den Bedeutung und die Nuancen dieses vielschichtigen Wortes auf, ohne das man moderne Lateinamerika nicht vorstellen kann.
Woher kommt das Wort «gringo»: die linguistische Version
Die meisten Sprachwissenschaftler sind sich einig: «gringo» ist eine Verballhornung des spanischen Wortes «griego», das bedeutet «Grieche». Im Spanischen (wie übrigens auch im Russischen) gibt es das feste Ausdruck «esto es griego para mí» — «das ist für mich griechisch», das bedeutet etwas Unverstandenes und Komplexes. Mit der Zeit hat sich «griego» in «gringo» verwandelt und bedeutet jeden Ausländer, der auf einer fremden, nicht spanischen Sprache spricht — vor allem auf Englisch.
Diese Version gilt als Grundversion. Sie erklärt, warum das Wort bereits lange vor dem Amerikanisch-Mexikanischen Krieg entstand und warum es neutral ist: «Fremder» ist kein Schimpfwort, sondern einfach eine Angabe über die Herkunft. Franzosen, Deutsche oder Italiener werden so nicht genannt — für sie gibt es ihre eigenen Spitznamen.
Die Legende von den grünen Mänteln: schön, aber falsch
Bei Touristen und导游 ist eine andere Version, viel dramatischer, beliebt. Während des Amerikanisch-Mexikanischen Krieges von 1846–1848 trugen amerikanische Soldaten grüne Uniformen. Die Mexikaner sollen ihnen gesagt haben: «Green, go!» — «Grüne, verschwindet!». Die Amerikaner haben das als «gringo» empfunden, und das Wort hat sich festgesetzt.
Das Problem ist, dass Historiker diese Version nicht bestätigen. Zunächst einmal wird das Wort «gringo» in spanischen Te ...
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