Räder, Farben, Flaggen, Lächeln. Tausende Radfahrer füllen die Hauptstraßen der Stadt, blockieren den Autoverkehr. Das ist keine Rennen, kein Wettbewerb, sondern ein Karneval. Der Radkarneval ist ein Fest, das die Grenzen zwischen Verkehr und Kunst, zwischen Teilnehmer und Zuschauer verschmilzt. Im Jahr 2026 finden solche Karnevale in Dutzenden von Ländern statt, von Kolumbien bis nach den Niederlanden, von Russland bis nach Vietnam. Was ist das für ein Phänomen, wie ist es entstanden und wie kann man Teil davon werden? Von Critical Mass zum Karneval Die Vorläufer der heutigen Radkarnevale waren die Aktionen «Critical Mass» (Kritische Masse), die 1992 in San Francisco entstanden. Radfahrer trafen sich am letzten Freitag des Monats, um durch einen massiven Ausritt zu zeigen, dass sie eine Kraft sind, mit der man rechnen muss. Die Aktionen waren politisch: für die Rechte der Radfahrer, gegen die Dominanz der Autos. Aber allmählich verschwand die Härte, blieb der Karneval. Die Menschen schmückten ihre Räder mit Blumen, Bändern, spielten Musik. In Berlin, Kopenhagen, Amsterdam wurde das zu einem richtigen Fest. Heute ist der Radkarneval keine Protestaktion, sondern Freude. Der erste große Karneval in Russland fand 2016 in Moskau statt, und bis 2026 wurde er in Dutzenden von Städten zur Tradition. Wie der Radkarneval abläuft Der Marschweg ist in der Regel in der Innenstadt in einem Kreis geführt, ohne steile Anstiege. Die Länge beträgt 5-15 km. Die Geschwindigkeit beträgt nicht mehr als 15 km/h. Alle sind dabei: von Kleinkindern auf Tretrollern bis zu älteren Menschen auf Dreirädern. Das Hauptanforderung ist Leuchtkraft. Die Menschen kleiden sich in Kostüme, kleben Glitzer auf die Rahmen, befestigen Luftballons, hängen Glöckchen auf. Oft werden Wettbewerbe veranstaltet: «Der kreativste Radfahrer», «Der beste Familienzug», «Der kleinste Teilnehmer». Der Abschlusspunkt ist ein gemeinsamer Picknick im Park mit Musik und Tanzen. Karneval und Umwelt Im Jahr 2026 nutzen di ...
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